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V2G-Sonderserie (1) Im ersten Jahr der Kommerzialisierung beschritten China und Europa unterschiedliche technologische Wege

Im nächsten Schritt werde ich die technische Roadmap und die Anwendung von V2G-Lösungen in drei Phasen analysieren.

Globale V2G-Marktexplosion

In den vergangenen drei Jahren hat V2G (Vehicle-to-Grid) die ersten Schritte in Richtung Kommerzialisierung unternommen und sich dabei von einem Laborkonzept zu einem realisierbaren Produkt entwickelt. Laut Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) wird die Zahl der weltweiten V2G-Pilotprojekte im Jahr 2023 auf über 120 steigen – ein Anstieg um 300 % gegenüber 2020. Mehr als 60 % dieser Projekte entfallen auf die Europäische Union.

Die treibende Kraft hinter der Entwicklung globaler V2G-Systeme sind zwei Aspekte:

  • ✔Der Anteil neuer Energienetzanschlüsse hat zugenommen, und die Nachfrage nach flexiblen Regelressourcen im Stromnetz ist sprunghaft angestiegen.
  • ✔Die Zahl der Elektrofahrzeuge wächst rasant, und das Energiespeicherpotenzial von Antriebsbatterien wird von der Industrie zunehmend erkannt.

Die EU verzeichnet derzeit die schnellsten Fortschritte bei der Kommerzialisierung von V2G, was auf die verbindliche Vorgabe der AFIR-Verordnung zurückzuführen ist: Bis 2025 öffnen europäische Netzbetreiber ihre Märkte für Systemdienstleistungen, sodass Anbieter von Elektrofahrzeug-Lösungen an der Frequenz- und Spannungsregelung teilnehmen und Gewinne erzielen können. Ab dem 1. Januar 2027 müssen Ladeeinrichtungen in der EU den ISO-15118-20-Standard unterstützen.

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1. Neudefinition von V2G: Von der Energieinteraktion zu verteilten Frequenzmodulationsressourcen

Viele Menschen verstehen V2G (Vehicle-to-Grid) nur oberflächlich als „Elektrofahrzeuge, die Strom ins Netz einspeisen“, und viele Unternehmen interpretieren V2G immer noch als „funktionale Erweiterung“. Dies ist aktuell die größte Fehleinschätzung in der Branche und ein typisches kognitives Missverständnis.

Gemäß der internationalen Norm ISO 15118-20:2022 ist V2G ein vollständiges bidirektionales Energie- und Informationsfluss-Interaktionssystem, das aus vier Ebenen besteht:

  • V1G (Aufladung nach Bestellung):Unidirektionale Leistungsregelung, Anpassung der Ladezeit/Leistungsreaktion an das Netz, mit minimalem Modifikationsaufwand
  • V2B (Fahrzeug-zu-Gebäude-Verbindung):Das Fahrzeug versorgt das Gebäude mit Strom und erzielt so eine Spitzenlastarbitrage auf Nutzerseite. Ein typisches Anwendungsgebiet sind Industrieparks.
  • V2G (Fahrzeug-zu-Netz):Fahrzeuge speisen Strom in umgekehrter Richtung ins Netz ein und beteiligen sich an Hilfsdiensten wie der Spitzenlastkappung und der Frequenzregelung.
  • V2X (Fahrzeug-zu-Alles):Allgegenwärtige Fahrzeugnetzwerkinteraktion einschließlich V2H (Heimnetzwerk), V2G, V2B

Der technologische Kernwert von V2G liegt in seiner umfassenden Flexibilität, die vom Millisekundenbereich bis zum Stundenbereich reicht, sein größter kommerzieller Nutzen liegt jedoch in seiner Reaktionszeit im Sekundenbereich.

2. Warum ist 2026 das erste Jahr der echten V2G-Kommerzialisierung? Drei zentrale Wendepunkte

Regulatorische Bestimmungen:AFIR-Verordnung tritt 2027 in Kraft.
Markt:Die installierte Leistung überschritt im Jahr 2024 die GW-Grenze.
Kosten:Die Preise für bidirektionale Module sind um über 60 % gefallen.

3. Technologische Routendifferenzierung: tiefgreifende Unterschiede zwischen zugrundeliegender Kommunikations- und Standardarchitektur

1. Europäische Route: Direkte End-to-End-Kommunikation auf Basis von ISO 15118-20

Kernstück der europäischen V2G-Technologie-Roadmap ist die direkte Interaktion zwischen Fahrzeugen und Netzleittechnik auf Basis von CCS-Ladestandards und dem ISO 15118-20-Protokollstapel.

2. Chinas Weg: geleitet von unabhängigen Standards, vereinbar mit internationalen Normen

Kernstück der chinesischen V2G-Technologie-Roadmap ist eine zentralisierte Plattform mit einheitlicher Steuerung, basierend auf den bestehenden GB/T-Abrechnungsstandards, um die V2G-Funktionalität durch Protokollkonvertierung zu erreichen.

Zukunftstrend: Von der Routendifferenzierung zur gegenseitigen Anerkennung von Standards

Kurzfristig (3–5 Jahre) werden sich die technologischen Fahrpläne Chinas und Europas weiter auseinanderentwickeln. Langfristig (über 10 Jahre) ist die gegenseitige Anerkennung globaler Standards ein unausweichlicher Trend.

Bei V2G geht es nicht darum, Strom von Fahrzeugen in das Stromnetz einzuspeisen, sondern darum, Millionen von Elektrofahrzeugen in ein mobiles Energiespeichernetzwerk zu verwandeln.


Veröffentlichungsdatum: 20. September 2026

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